(Medizinische) Fragen
Hin und wieder gibt es eine (medizinische) Frage, auf die viele gerne eine Antwort hätten. Diese Fragen und Antworten veröffentlichen wir hier.
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Das Herz und das Tauchen
Veröffentlicht am: 06. August 2026
In der Tauchmedizin sagen wir immer wieder, dass ein Herzstillstand während des Tauchens mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit tödlich endet. Wenn du beispielsweise auf einem Tennisplatz einen Herzstillstand erleidest, kann sofort mit der Wiederbelebung begonnen werden und der Rettungsdienst ist in der Regel schnell vor Ort. Auf oder unter Wasser ist dies nicht möglich und die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Ausgangs ist daher extrem hoch. Darüber hinaus stellt das Tauchen selbst eine zusätzliche Belastung für das Herz dar. Diese Belastung beginnt bereits in den ersten Metern des Tauchgangs. Wie das genau funktioniert, versuche ich in diesem Blog zu erklären.
Obwohl sich Tauchen wie eine sehr entspannte Sportart anfühlt (zumindest für mich!), stellt es durchaus hohe Anforderungen an den Körper und insbesondere an das Herz. Jede körperliche Anstrengung und jede Sportart verlangt dem Herz-Kreislauf-System etwas ab. Beim Tauchen beginnt diese Belastung unter anderem bereits beim Weg zum und vom Tauchplatz mit der schweren Tauchausrüstung. Eine komplette Tauchausrüstung kann schnell rund 40 kg wiegen. An manchen Tauchplätzen müssen damit größere Entfernungen zurückgelegt oder Hindernisse überwunden werden. Auch das Schwimmen gegen eine Strömung kann das Herz erheblich belasten.
Doch beim Tauchen ist es nicht nur die körperliche Anstrengung, die das Herz belastet. Hinzu kommt das zusätzliche Blutvolumen, das das Herz während des Tauchens verarbeiten muss. Dies entsteht durch verschiedene Mechanismen, darunter der hydrostatische Druck, die Tauchausrüstung, die Wassertemperatur und die horizontale Körperposition (eine ausführlichere Erklärung findest du in meinem anderen Blog). Dieses zusätzliche Blutvolumen entsteht bereits beim Eintauchen ins Wasser und ist somit unabhängig von der Tauchtiefe.
Die wichtigsten Veränderungen des Herz-Kreislauf-Systems beim Tauchen im Überblick:
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Durch den erhöhten Blutrückfluss zum Herzen entsteht zusätzlicher Druck im Brustraum.
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Das Herz muss kräftiger arbeiten, um das zusätzliche Blut zu verarbeiten → das Herzminutenvolumen steigt.
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Durch das erhöhte Blutvolumen in Kombination mit der körperlichen Belastung steigt der Blutdruck.
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In den ersten Minuten nach dem Eintauchen treten häufig zusätzliche Herzschläge (Extrasystolen) auf, vermutlich durch die Dehnung des Herzmuskels.
Eine gute Herzfunktion ist daher eine wichtige Voraussetzung für sicheres Tauchen. Wenn du in der Vergangenheit Herzprobleme hattest und/oder Medikamente für das Herz oder gegen Bluthochdruck einnimmst, sollte überprüft werden, ob deine Herzfunktion für das Tauchen ausreichend ist.
Im Rahmen einer Tauchtauglichkeitsuntersuchung durch einen Taucherarzt kann ein Belastungstest durchgeführt werden, der einen Hinweis auf die Leistungsfähigkeit des Herzens gibt. Bestehen Zweifel, kann eine zusätzliche Untersuchung durch einen tauchmedizinisch ausgebildeten Kardiologen erforderlich sein, bevor eine Beurteilung deiner medizinischen Tauchtauglichkeit erfolgen kann.




